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Historische Kostbarkeiten für die Stadt Münnerstadt

Knochen, Holzreste und Tonscherben – ein ungewöhnliches, aber sehr wertvolles Geschenk. Dieses machte kürzlich der Landkreis Bad Kissingen der Stadt Münnerstadt. Der Landkreis übergab nämlich rund 10.000 Einzelfunde, die auf der Baustelle für das neue Berufsbildungszentrum (BBZ) zutage gefördert worden waren, an die Kommune.                
„Diese jahrtausendealten Relikte haben eine große Bedeutung für unsere Region und vor allem für Münnerstadt. Darum freut es mich sehr, dieses besondere Geschenk jetzt zur Vorweihnachtszeit übergeben zu können mit dem Wissen, dass dieses spannende Stück Geschichte auch unseren Bürgerinnen und Bürgern zugänglich gemacht werden soll“, so Landrat Thomas Bold.
Auch Bürgermeister Blank ist begeistert von dem Präsent mit historischer Bedeutung: „Es freut ich sehr, dass die archäologischen Funde vom BBZ jetzt in Münnerstadt sind und im kommenden Jahr der Öffentlichkeit präsentiert werden. Dafür danken wir dem Landkreis herzlich!“     

Aber ganz von vorn: Der Landkreis baut gemeinsam mit der Caritas Schulen gGmbH das BBZ neu – und zwar im Bereich der Münnerstädter Altstadt. Das Bauvorhaben liegt im Bereich eines lange bekannten Bodendenkmals. Dort gab es Hinweise auf Siedlungen aus verschiedenen vor- und frühgeschichtlichen Epochen sowie des frühen und hohen Mittelalters. Bereits vor und während der Bauarbeiten am neuen BBZ wurden darum archäologische Grabungen durchgeführt, die von großem Erfolg gekrönt waren.           
Archäologe Oliver Specht und sein Team stießen auf unzählige Relikte längst vergangener Zeit. Darunter befanden sich jede Menge Tierknochen, Werkzeuge, Keramik und Spuren von Behausungen (sogenannte „Grubenhäuser“). Diese belegen, dass sich bereits vor über 6.500 Jahren, von der Jungsteinzeit bis ins Mittelalter, Menschen auf dem Münnerstädter Areal niedergelassen hatten. Die Ausgrabungen tragen also einen wichtigen Teil zur Münnerstädter Geschichtsschreibung bei.          

Dass die gemachten Entdeckungen und Erkenntnisse der Nachwelt erhalten werden sollen, war allen Beteiligten schnell klar. Darum wurden die Funde detailliert dokumentiert und geborgen. Vom Archäologen wurden sie dann in die Obhut des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege gegeben. Eigentümer der Funde blieb jedoch der Landkreis Bad Kissingen als Bauträger und Eigentümer des Grundstückes. Dieser übergab die Funde nun im Rahmen eines Schenkungsvertrages an die Stadt Münnerstadt.               

Im dortigen Henneberg-Museum finden die Relikte nun ihre neue Heimat. Für den Sammlungsbestand des Henneberg-Museums, dessen Aufgabe es ist, die Kulturgeschichte Münnerstadts zu bewahren, zu erforschen und der Öffentlichkeit zu präsentieren, sind die Objekte eine wertvolle Bereicherung. Bislang erfolgte lediglich eine vorläufige Auswertung der Grabungsbefunde. Eine umfassende wissenschaftliche Aufarbeitung des Materials steht also noch bevor.              
Damit die Öffentlichkeit sich ein Bild machen kann, wie die Menschen in der weit zurückliegenden Vergangenheit gelebt haben, ist für das kommende Jahr eine Ausstellung mit den Funden geplant. Im Rahmen des Stadtjubiläums soll es eine Sonderausstellung im Henneberg-Museum geben. „Ich bin schon sehr gespannt auf die Ausstellung, die unser Museumsleiter, Dr. Zenzen, aus den Funden zusammenstellen wird. Das wird bestimmt eine spannende Sache, sowohl für die Münnerstädter als auch für Gäste“, ist sich Bürgermeister Helmut Blank sicher.

ArchäologischeFundeMünnerstadt
Foto von links nach rechts: Der stellv. Referatsleiter und Gebietsreferent des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege, Dr. Matthias Merkl, begutachtet gemeinsam mit Landrat Thomas Bold, Münnerstadts Bürgermeister Helmut Blank, Kreisheimatpfleger Christian Neugebauer, Britt Nowak-Böck, Diplom-Restauratorin beim Landesamt für Denkmalpflege, und Dr. Nicolas Zenzen, Kulturmanager und Leiter des Henneberg-Museums in Münnerstadt, einige der Funde.

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