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Runter vom Gas, besser.

Nach dem Ortsschild noch ein bisschen „ausrollen“ und nicht sofort abbremsen – wer hat sich noch nicht dabei erwischt? Passieren sollte das natürlich nicht, denn überhöhte Geschwindigkeit kann nicht nur Unfälle mit Blech-, sondern im schlimmsten Fall auch mit Personenschäden zur Folge haben. Dabei ist vielen gar nicht bewusst, wie flott sie unterwegs sind und dass sie damit die schwächeren Verkehrsteilnehmer gefährden.    

Dem will die Kreisverkehrswacht Bad Kissingen e.V. gemeinsam mit Schirmherr Landrat Thomas Bold entgegenwirken. Weil es immer wieder vorkommt, dass vor Schulen, Kindergärten, bei Ortseingängen oder auf verschiedenen Straßen in Gemeinden und Städten zu schnell gefahren wird, ist überhöhte Geschwindigkeit eines der Themen, die auf der Agenda der Kreisverkehrswacht stehen. „Unser oberstes Ziel ist die Prävention. Wir haben überlegt, wie wir die Kommunen in unserem Zuständigkeitsbereich, dem Altlandkreis,  dabei unterstützen können. Darum haben wir angeboten, sie mit Geschwindigkeits-Anzeigesystemen auszustatten“, so Florian Arand, Vorsitzender der Kreisverkehrswacht.    
Die Stadt Münnerstadt, Bad Bocklet, Thundorf i. UFr., Nüdlingen, die Stadt Bad Kissingen und Rannungen nahmen das Angebot an und durften kürzlich jeweils zwei Geräte entgegennehmen.
„Durch die Anzeigesysteme wollen wir die Verkehrsteilnehmer darauf hinweisen, welche Geschwindigkeit sie einzuhalten haben. Zwar hat die bloße Anzeige keine direkten Konsequenzen, aber sie soll einen wirksamen Denkanstoß geben“, so Landrat Thomas Bold.
Ähnlich sieht das auch Dr. Dieter Aufderhaar, Bezirksvorsitzender der Landesverkehrswacht Bayern, Bezirk Unterfranken: „In modernen Autos nimmt man die Geschwindigkeit oft nicht mehr so wahr. Mit diesen Geräten wird man immer wieder darauf hingewiesen, sich auf den Verkehr zu konzentrieren - vor allem an neuralgischen Punkten.“  
         
Die Kosten für die Anschaffung der Geräte belaufen sich auf ca. 19.000 Euro; sie werden von der Kreisverkehrswacht getragen.
Für den weiteren Einsatz der Geräte ist die jeweilige Kommune zuständig. Und die Geräte können einiges, das  wurde durch die Erläuterungen von Pascal Claßen von der Herstellerfirma DataCollect Traffic Systems deutlich. Für den Autofahrer zeigen die Geräte die genaue Geschwindigkeit und – je nachdem wie derjenige fährt – einen glücklichen oder traurigen Smiley an. Der Einsatz von Smileys hat zudem einen psychologischen Effekt, den eine schlichte Geschwindigkeitsanzeige in dieser Form nicht hervorruft.
Die Geräte sind außerdem mobil, wiegen nur etwa 7,5 Kilo und können fast überall eingesetzt werden. Die Kommunen können damit verschiedene Messungen anstellen: Zu welcher Uhrzeit wird wie schnell gefahren? Wie fahren die Verkehrsteilnehmer wenn die Anlage aufgestellt ist, aber keine Geschwindigkeit angezeigt wird, aber dennoch Messungen durchgeführt werden? Und wie verhalten sie sich, wenn die Anlage das eigene Fahrverhalten vor Augen hält? Welche Auswirkungen hat vielleicht das Wetter auf das Fahrverhalten?  Zu diesen und vielen weiteren Fragen können die Kommunen mittels der Anzeigesysteme und einer Software künftig Auswertungen erstellen. Kennzeichen werden übrigens nicht erfasst.

Mit der Übergabe und dem stetigen Einsatz verspricht sich die Kreisverkehrswacht eine deutliche Reduzierung der gefahrenen Geschwindigkeit, weniger innerörtliche Verkehrsunfälle und folglich mehr Sicherheit für die schwächsten Verkehrsteilnehmer.
Fakt ist: Die Autofahrer/innen reduzieren mithilfe von Geschwindigkeits-Anzeigesystemen langfristig ihr Tempo – und das schützt nicht nur sie selbst, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer/innen wie Radler oder spielende Kinder am Straßenrand.

090120 - Übergabe Geschwindigkeits-Anzeigesysteme - Lena Pfister - Pressefoto

Bild v. l.: Florian Arand (Vorsitzender der Kreisverkehrswacht), Dr. Dieter Aufderhaar (Bezirksvorsitzender LVW Bayern, Bezirk Unterfranken), Matthias Kleren, (Kreisverkehrswacht), Landrat Thomas Bold, Andreas Sandwall (Bürgermeister Bad Bocklet), Thomas Leiner (3. Bürgermeister Bad Kissingen), Egon Klöffel (Bürgermeister Thundorf), Fridolin Zehner (Bürgermeister Rannungen), Harald Hofmann (Bürgermeister Nüdlingen), Helmut Blank (Bürgermeister Münnerstadt), Pascal Claßen (DataCollect Traffic Systems); (Foto: Lena Pfister/Landkreis Bad Kissingen)
 

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