Fachbeirat der Jugendsozialarbeit an Schulen im Landkreis zieht Bilanz

„Die Jugendsozialarbeit an Schulen ist ein wichtiges Instrument der Jugendhilfe. Hier arbeiten wir intensiv mit den Schulen zusammen und unterstützen Kinder und Eltern niedrigschwellig und im gewohnten Umfeld der Schule“, schildert Landrat Thomas Bold die Vorgehensweise der JaS. Zudem betont er: „Die Stärkung der sozialen und persönlichen Kompetenzen der Jungen und Mädchen ist unser vorrangiges Ziel. Alle Kinder – egal aus welchem sozialen und familiären Umfeld sie stammen – sollen gut durch die Schullaufbahn kommen und schließlich selbstbewusst und mit dem nötigen Know-How ins Arbeits- und Erwachsenenleben starten können.“     

Dass der Einsatz der JaS wichtig ist, wurde beim letzten Treffen des Fachbeirats deutlich. Mit dabei waren Vertreter des Landratsamts, des Schulamts, der Schulen, der freien Träger der Jugendhilfe sowie JaS-Fachkräfte.  
Bei der Präsentation der Gesamtstatistik fiel auf, dass die JaS sehr stark von kurzfristigen Kriseninterventionen und spontanen Gesprächen geprägt ist und sich auch Gruppenmaßnahmen- und Projektarbeiten bewährt haben.    

Insgesamt wurden über 200 Einzelfallhilfen im Landkreis verzeichnet. Diese wurden meist über die Lehrkraft vermittelt. Die Gründe für Schwierigkeiten der Schülerinnen und Schüler sind verschieden: Größtenteils haben sie schulische oder berufliche Probleme, sind im Umgang mit anderen Kindern und Jugendlichen auffällig oder leiden unter seelischen Problemen. Auch belasten Konflikte innerhalb der Familie die betroffenen Schülerinnen und Schüler.
Bei einem Großteil der Fälle konnte den Kindern und Jugendlichen sowie deren Familien durch die JaS geholfen oder die Situation zumindest verbessert werden.       

Neben den Einzeleinsätzen ist das Angebot an Projekten und Maßnahmen für Schülergruppen von Bedeutung. Dabei kommen die Schüler/innen mit den Jugendsozialarbeitern in Kontakt, wodurch sie die Scheu verlieren auf die Fachkräfte zuzugehen, wenn sie Probleme haben. Auch ist das Ziel der Projekte die Stärkung der sozialen Kompetenzen und des Selbstwertgefühls der Schülerinnen und Schüler.
„Das Markenzeichen der JaS im Landkreis Bad Kissingen im Gegensatz zu anderen Regionen ist, dass die Angebote je nach Standort auch in der unterrichtsfreien Zeit möglich sind“, freut sich Landrat Thomas Bold, „So können auch freiwillige Angebote über das Wochenende oder in den Ferien stattfinden – ohne Zeitdruck und in entspannter Atmosphäre. Das ist für die Maßnahmen der Jugendsozialarbeit im Schulbereich von großem Vorteil.“

Um Ideen und Erfahrungen auszutauschen, stellten die Experten beim Treffen des Fachbeirats einige Projekte vor, die sich in der Praxis bewährt haben – beispielsweise das Projekt „Ich sage JA zu mir“, das sich an Mädchen richtet. Durch intensive Gruppenarbeit lernen sie achtsam mit Werten wie Treue, Verantwortung und Rücksichtnahme umzugehen und entwickeln nebenbei ein positives Bild des eigenen „Ich“. So wissen sie, wo ihre eigenen Grenzen liegen und wann es angebracht ist, diese gegenüber anderen deutlich zu machen. 
Daneben wurde die Methode „Magic Circle“ erläutert. „Magic Circle“ ist ein „beziehungsstiftender“ Gesprächskreis mit wenigen Regeln und einem klar strukturierten Ablauf. Eine von Akzeptanz und Wertschätzung geprägte Gesprächsatmosphäre fördert das Klassenklima und stärkt die systematische Persönlichkeits-entwicklung von Kindern im Vorschulalter bis zur 6. Klasse. Mithilfe dieser Methode können „verdeckte“ Konflikte zwischen den Schüler/innen erkannt, angesprochen und bearbeitet werden.

Für das kommende Jahr plant der Fachbeirat u.a. eine kurze Lehrerbefragung durchzuführen. Wann und in welcher Form das geschieht, wird noch abgestimmt.

Fachbeirat der Jugendsozialarbeit an Schulen im Landkreis zieht Bilanz (Foto: Georg Schulz-Hertlein)
Sophia Speth stellt die Methode „Magic Circle“ vor (Foto: Georg Schulz-Hertlein)

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