Ladeinfrastruktur für Elektroautos: Wie findet man einen geeigneten Standort?

„Zuerst gehen viele davon aus, dass ein Standort für eine Ladestation leicht auszuwählen ist, doch ist nicht jeder Standort wirklich geeignet“ sagt Michael Schramek, Geschäftsführer der Firma Ecolibro GmbH, die das Interkommunale Elektromobilitätskonzept des Landkreises Bad Kissingen und seiner Kommunen begleitet.

Wie stark ist ein Parkplatz ausgelastet? Wird er tagsüber und nachts genutzt? Wie lange stehen die Autos dort und wie viel Kilometer sind sie seit dem letzten Laden gefahren? In welchem Jahr wird die Nachfrage so groß werden, dass sich die Investition rechnet? Entsteht Parkdruck bei Wegfall der Parkfläche für andere PKW – besteht also die Gefahr, dass ein Lade-Parkplatz zugeparkt wird, von Autos ohne E-Antrieb? Wie weit liegt ein Platz von Stromanschlüssen bzw. Netzanschlusspunkten entfernt?

Diese speziellen Fragen wurden kürzlich in einem Workshop mit Bürgermeistern, Gemeinderäten, Ortssprechern und Energieversorgern behandelt, denn sie setzen sich gemeinsam intensiv mit dem Zukunftsthema Elektromobilität auseinander. Alle Kommunen arbeiten an einem Strang, im Vordergrund steht die Interkommunale Zusammenarbeit. Zielsetzung: Ein an den Bedarf angepasstes Ladeinfrastrukturnetz für einheimische E-Mobilisten und Gäste im Landkreis Bad Kissingen.

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Kurz erklärt: Das Interkommunale Elektromobilitätskonzept  

Mit Hilfe des Interkommunalen Elektromobilitätskonzepts erhalten die Kommunen eine fachliche Grundlage zur Bearbeitung des zukunftsweisenden, aber auch technisch an-spruchsvollen Themas.

Neben der Analyse des Bedarfs und der Identifizierung von Standorten für Ladeinfrastruk-tur beinhaltet das Interkommunale Elektromobilitätskonzept einen anwendungsorientierten Maßnahmenplan rund um die vielen Facetten von Elektromobilität. Eine große Rolle spielt auch das Thema Tourismus, sei es in Bezug auf die Ladeinfrastruktur an Tourismusein-richtungen oder die populäre Fortbewegung per E-Bike. Landkreisweite Standards für Lad-einfrastruktur sowie ein einheitliches Erscheinungsbild und Informationsveranstaltungen und die bereits erfolgte Fuhrparkanalyse runden das Konzept ab.
Das Interkommunale Elektromobilitätskonzept wird gefördert durch die Regierung von Unterfranken im Zuge der Richtlinie zur Förderung der Interkommunalen Zusammenar-beit. Die Begleitung des Konzeptes erfolgt im Rahmen der Förderung des Konversionsma-nagements des Landkreises Bad Kissingen durch das Bayerische Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat.

Das Interkommunale Elektromobilitätskonzept wird schrittweise erstellt, denn es werden räumliche Besonderheiten betrachtet. Die einzelnen „Arbeitsschritte“ bzw. Workshops lau-ten folgendermaßen:

  1. Erstellung einer Prognose für die Entwicklung von Elektromobilität im Landkreis
  2. Analyse der Fuhrparke   
  3. Entwicklung von Ladeinfrastrukturstandorten
  4. Entwicklung einer Lösung für eine mögliche landkreisweite Beschaffung von E-Fahrzeugen und Ladeinfrastrukturkomponenten
  5. Behandlung des Themas Elektromobilität in Bezug auf Tourismus
  6. Entwurf eines einheitlichen Erscheinungsbildes für Elektromobilität im Landkreis; Infor-mationsveranstaltungen

 

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