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Nachbericht zum 10. Netzwerktreffen des KompetenzNetzwerkDemenz

Über 30 Teilnehmer/innen aus der stationären und ambulanten Pflege waren ebenso dabei wie verschiedene Beratungsstellen, Seniorenbeauftragte und Vertreter der Krankenkassen.

Im ersten Teil bot die Physiotherapeutin Nicole Müller aus Wildflecken, die auch Seniorenbeauftragte des Marktes Wildflecken ist, einen Workshop an. Zunächst informierte sie unter anderem darüber, dass Menschen mit Demenz doppelt so häufig stürzen wie nicht erkrankte ältere Menschen. Deshalb ist es wichtig, so Müller, neben der geistigen Anregung auch körperliche Aktivierung anzubieten. So kann man Stürzen und damit verbundenen Verletzungen vorbeugen.    
Außerdem wird durch die Bewegung auch die Durchblutung verbessert. Und das wirkt sich wiederum heilsam auf das Gehirn aus – indem z.B. die gesteigerte Durchblutung die Regeneration von Nervenzellen ermöglicht. „Bei leichter bis mittelschwere Demenz kann man dadurch eine Verbesserung der Symptomatik erzielen bzw. eine Verschlechterung aufhalten“, führte die Therapeutin aus.    
Anschließend probierten die Teilnehmer/innen einzelne Bewegungs- und Kräftigungsübungen selbst aus, um sie später leichter weitergeben zu können. Eine besondere Herausforderung stellten dabei die Koordinationsübungen zur Verbesserung des Gleichgewichtssinns dar. „Es fällt den meisten schwer, Dinge gleichzeitig zu tun“, begründete Nicole Müller die Notwendigkeit der Übung. Denn Menschen mit Demenz möchten häufig Dinge gleichzeitig tun - zum Beispiel etwas tragen und dabei laufen. Das führt jedoch gerade bei Menschen mit Demenz häufiger zu Stürzen. Schult man den Gleichgewichtssinn, kann man dem vorbeugen.

Das zweite wichtige Thema des Netzwerktreffens war die Vorstellung des neuen digitalen Demenzregisters Bayern (digiDEM) als Teil der Bayerischen Demenzstrategie. Davon könnten vor allem ambulante Dienste, Beratungsstellen und Tagespflegeeinrichtungen finanziell profitieren. Vorgestellt wurde das digiDEM von Prof. Dr. med. Elmar Gräßel von der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg, der von der Leitung des Regionalmanagements des Landkreises zu dem Netzwerktreffen eingeladen wurde. Er sucht zurzeit noch Kooperationspartner vor Ort, die helfen, die Situation von Menschen mit Demenz und deren Angehörigen zu erfassen. Damit soll wissenschaftlich untersucht werden, was Menschen mit Demenz vor Ort benötigen, was sie nutzen und wofür noch Angebote fehlen. Herauskommen soll am Ende eine digitale Plattform, die es ermöglicht, schnell Hilfen und Unterstützungsangebote vor Ort zu finden und auch die Gefährdung von pflegenden Angehörigen für Depressionen erkennen zu können. „Außerdem können sinnvoll erst mit dieser Ausgangsarbeit umfangreichere Förderprogramme aufgelegt werden, die den Ausbau von Angeboten vor allem im ländlichen Raum vorantreiben“, erläuterte der Professor seinen Zuhörern/innen. Diese stellten kritische Fragen und zeigten sich sehr interessiert. Am Ende konnte das Team von der Uni bereits erste Interessensbekundungen der Teilnehmer/innen mit nach Hause nehmen.

Für den Austausch und die Vernetzung in der Pause, hatten die Schüler/innen des BBZ eine kleine Ausstellung über die Möglichkeiten der Aktivierung von Menschen mit Demenz aufgebaut. Eine große Rolle spielten dabei Ansätze zur Biographie-Arbeit, die bei Menschen mit Demenz einen wichtigen Schlüssel für den Beziehungsaufbau darstellen, wie auch die stellvertretende Schulleiterin Sonja Scholz erklärte.

„Ich bin immer wieder begeistert von dem Angebot des Demenznetzwerkes“, stellte Gabriele Rüttiger, Seniorenbeauftragte vom Markt Wildflecken, fest, „Ich finde toll, welche Tipps in den Veranstaltungen an die Hand gegeben werden und kann nur jedem empfehlen, das wahrzunehmen.“         

Das KompetenzNetzwerk Demenz bietet seinen nächsten Themenabend „In Liebe und Wut - Demenz annehmen und verstehen“ am 13. November um 18:30 Uhr im Pfarrheim Rannungen an. Der Eintritt ist kostenfrei. Fragen zur Netzwerkarbeit und zum letzten Treffen richten Sie bitte an Antje Rink, Projektmanagement „Generation V-Z“, Landratsamt Bad Kissingen: 0971/801 5201.

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