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Neuer Flyer „STOP - Häusliche Gewalt“ in vier Sprachen

Jede dritte Frau ist in ihrem Leben einmal davon betroffen, jede achte Frau ist es regelmäßig. Auch Männer können Opfer von Gewalt sein. Das Tragische daran: Gewalt in der Familie bleibt oft verborgen. Kaum jemand bemerkt, was hinter verschlossenen Türen vor sich geht oder es wird bewusst weggeschaut. Betroffene schweigen aus unterschiedlichsten Gründen - Scham, Schuldgefühle und Angst führen zu Stillschweigen und Leid.

Um es Betroffenen und Mitwissenden einfacher zu machen sich Hilfe und Unterstützung zu holen, hat die Gleichstellungsstelle des Landkreises Bad Kissingen den Flyer „STOP – Häusliche Gewalt“ nicht nur aktualisiert, sondern gleich in vier Sprachen neu aufgelegt. Seit dieser Woche gibt es den DIN-A5-Flyer mit allen wichtigen Adressen, Beratungsstellen, Telefonnummern und Tipps in deutscher, türkischer, arabischer und russischer Sprache. Eine englische Version folgt 2019.

Gewalt ist keine Privatsache!
„Die Existenz und Allgegenwärtigkeit von häuslicher Gewalt wird in unserer Gesellschaft sowohl von Opfern als auch von Tätern und Täterinnen sowie Mitwissenden nach außen hin häufig tabuisiert, es wird geschwiegen. Dagegen müssen wir etwas tun und im Rahmen unserer Möglichkeiten aktiv werden.“ sagt die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Nina Opfermann. Landrat Thomas Bold bestätigt: „Die Gleichstellungsstelle des Landratsamtes organisiert seit vielen Jahren kontinuierlich den Runden Tisch ‚Häusliche Gewalt‘, der regelmäßig Vorträge und Ausstellungen zum Thema veranstaltet. Dass es nun gelungen ist diesen wichtigen Informationsflyer gleich in vier Sprachen zu übersetzen, verdient besonderes Lob.“

Flyer im Landratsamt und bei den Kooperationspartnern erhältlich
Zu bekommen sind die Flyer im Landratsamt sowie bei den Partnern des Runden Tisches „Häusliche Gewalt“ - zum Beispiel dem Gesundheits- und Jugendamt, dem Sozialamt oder SOLWODI und natürlich bei der Polizei, um nur einige zu nennen.   
Außerdem können die Flyer online auf der Seite der Gleichstellungsstelle heruntergeladen werden (https://www.landkreis-badkissingen.de/buerger--politik/buergerservice/fachbereiche-und-abteilungen/jugend--soziales/gleichstellungsbeauftragte/1057.Weitere-Beratungsstellen-und-Hilfen.html).

Die Gleichstellungsstelle beim Landratsamt ermutigt, dieses Hilfsangebot zu nutzen: „Insbesondere für Kinder ist die Gewalt in der Familie problematisch, selbst wenn sie nicht unmittelbar davon betroffen sind, aber in diesem von Gewalt geprägten Umfeld aufwachsen müssen. Das macht natürlich etwas mit den Kindern und führt unter Umständen dazu, dass sie mit der Zeit verinnerlichen, Konflikte nur gewaltsam lösen zu können. Es ist wichtig, diese Gewaltspirale zu durchbrechen“, appelliert auch die stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte Antje Rink.      
In einer Ehe oder einer Partnerschaft kann sich häusliche Gewalt in vielfältiger Weise zeigen: Nötigung durch Bedrohung der Kinder, psychischer Druck durch Betonung der Minderwertigkeit, Einsperren in der Wohnung, Prügelstrafe für vermeintliche Verfehlungen oder Widerstände, Nötigungen zu sexuellen Handlungen, Vergewaltigungen usw.         
Die Auslöser der Gewalt können auch ohne erkennbaren Grund mitunter alltägliche Kleinigkeiten sein wie z. B. ein als schlecht befundenes Essen, aggressive Bemerkungen, Eifersucht, die Angst verlassen zu werden, eigenständiges Handeln oder das Verfolgen beruflicher Interessen. Sich mitzuteilen, darüber zu sprechen und die vielfältigen Beratungs- und Unterstützungsangebote im Landkreis nutzen, kann ein erster und wichtiger Schritt raus aus der Gewalt sein.

 

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