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Leuchtturm für sozial Engagierte

In der Klosteranlage Maria Bildhausen im unterfränkischen Münnerstadt soll eine einzigartige Bayerische Akademie für Sozialberufe, Pädagogik und Ehrenamt entstehen. Im Rahmen einer Auftaktveranstaltung im Abteisaal präsentierten die Mitwirkenden das Realisierungskonzept vor Partnern, Politik und Presse. Das Leuchtturmprojekt hat prominente Befürworter, gilt es doch, die Region auch in Zukunft für alle Generationen attraktiv zu gestalten.

Maria Bildhausen Sozialakademie - Tonya Schulz
V.l.: Rainer Waldvogel, Gesamtleiter DRW Region Unterfranken, Walter Merkt, Geistlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender Dominikus-Ringeisen-Werk (DRW), Thomas Bold, Landrat Landkreis Bad Kissingen, Barbara Stamm, Landtagspräsidentin a.D., Sr. Katharina Wildenauer, Generaloberin St. Josefskongregation Ursberg, Sandro Kirchner, MdL Bayerischer Landtag, Erwin Dotzel, Bezirkstagspräsident (nicht im Bild). (Foto: Tonya Schulz)

Vor rund anderthalb Jahren begannen in gemeinsamen Terminen des Dominikus-Ringeisen-Werkes mit dem Landkreis Bad Kissingen, Überlegungen zu reifen, wie die nach dem Weggang der Klosterschwestern das momentan leerstehende Konventgebäude künftig für die ganze Region genutzt werden könnte. Eine neue Aufgabe musste her.
In Workshops und Beratungen mit verschiedenen Ministerien bis ins Maximilianeum in München entstand die Gewissheit, dass sozial Engagierte mehr Wertschätzung und Förderung erfahren sollten. So könne man Fachkräftemangel gegensteuern und die Attraktivität des ländlichen Raumes hervorheben, war die Überzeugung aller Akteure aus Kreisen des Dominikus-Ringeisen-Werkes, Sozialverbänden und Politik. Die Idee ein Planungskonzept für eine Bayerische Akademie für Sozialberufe, Pädagogik und Ehrenamt auf den Weg zu bringen, überzeugte das Bayerische Ministerium der Finanzen und für Heimat so nachhaltig, dass bei der Bescheidübergabe durch Staatsminister Albert Füracker dafür 180.000 € Fördermittel zur Verfügung gestellt wurden.

Um die Bedeutung der Bildungseinrichtung für die Region zu unterstreichen, fand am 20. Dezember im Abteigebäude in Maria Bildhausen eine Auftaktveranstaltung statt. Hier führte zunächst Sr. M. Katharina Wildenauer, Generaloberin St. Josefskongregation Ursberg, die Zuhörerinnen und Zuhörer in die Ordensgeschichte des Klosters Maria Bildhausen. Sie gab ihrer Freude darüber Ausdruck, dass der christliche Gedanke des Miteinanders auf neue Art fortgeführt wird. Der Geistliche Direktor und Vorstandsvorsitzende des Dominikus-Ringeisen-Werks, Walter Merkt, stellte die umfangreichen Leistungen des Klosters für Menschen mit Behinderungen dar. Gleichwohl unterstrich er, dass das DRW die Konventgebäude aus Stiftungsgeldern nicht unterhalten und nutzen konnte.

Die ehemalige Landtagspräsidentin und begeisterte Befürworterin des Projekts, Barbara Stamm, stellte im Abteisaal das auf fachübergreifende Vernetzung setzende Bildungskonzept für Menschen in sozialen und pädagogischen Berufen sowie für engagierte Bürgerinnen und Bürger im Ehrenamt in den Vordergrund. Ab dem Jahr 2021 soll es ein innovatives und individuell angepasstes Angebot an Kursen, Seminaren, Workshops und weiteren Aktivitäten geben.

„Ziel der Akademie ist es, genügend qualifizierte und motivierte Fachkräfte in den Sozialberufen zu generieren. Bewusst sollen auch Angebote für Quer- oder Wiedereinsteiger entwickelt werden“, führte Barbara Stamm aus. Weiterhin soll die Akademie Lehrkräfte fit machen für die Besonderheiten der immer mehr Raum einnehmenden Arbeit in multiprofessionellen Teams. Darüber hinaus wolle man Menschen wieder für den ehrenamtlichen Einsatz in der Gesellschaft motivieren und ihnen Strukturen für gesundes Wirken geben.

Wie groß der Bedarf an sozial wirkenden Menschen in den nächsten Jahrzehnten sein wird, führte Sandro Kirchner, MdL Bayerischer Landtag, anhand nachdenklich machender Zahlen aus. So ist für den Landkreis Bad Kissingen prognostiziert, dass sich das Alter der Bürgerinnen und Bürger über 60 Jahre bis 2030 von 32 auf 39 Prozent erhöhen wird, während gleichzeitig der Anteil der Menschen zwischen 16 und unter 60 Jahren von 55 auf 47 Prozent sinkt.
Was die Bayerische Akademie für Sozialberufe, Pädagogik und Ehrenamt von anderen Bildungseinrichtungen abheben wird, erläuterte Landrat Thomas Bold: „Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Akademie werden von einem fachübergreifenden, wertschätzenden und gesundheitsfördernden Angebot profitieren“, so der Landrat mit Nachdruck.

Dabei werden die Bildungsmodule angepasst an die Vorstellungen der einzelnen Generationen, muss man doch eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter der Babyboomer anders „abholen“ als einen Menschen aus der schon vernetzten digitalen Zukunftsgeneration.

Rainer Waldvogel, Gesamtleiter DRW Region Unterfranken, zeichnete die nächsten Schritte ab 1.1.2019 auf. Neu eingerichtet wird die Stelle einer Projektkoordinatorin / eines Projektkoordinators. Diese Personalstelle wird, unterstützt von einer architektonische Vorplanung, im Lauf von anderthalb Jahren ein Bildungs- und Betreiberkonzept sowie einen Kosten- und Finanzierungsplan entwickeln. Dazu werden fachübergreifende Arbeitsgruppen und eine Lenkungsgruppe gebildet. Das Bewerbungsverfahren für die Ausschreibung der Stelle der Projektkoordination läuft aktuell. Interessierte können hierfür noch ihre Bewerbungen einreichen.
„Die Akademie wird einen absoluten Mehrwert für die Region bringen, weil sie dem Fachkräftemangel aktiv entgegensteuert“, betonte Waldvogel. Und auch für das Kloster Maria Bildhausen sei die neue Einrichtung ein zukunftsweisender Meilenstein in der Jahrhunderte alten Geschichte. Mit einem herzlichen Dank an allen Mitwirkenden schloss der Einrichtungsleiter die Auftaktveranstaltung. Über die weiteren Schritte wird laufend berichten.

Hintergrund:
Das Kloster Maria Bildhausen ist eingebettet in die sanfte Hügellandschaft der vorderen Rhön. Es wurde 1158 erbaut und bis 1803 als Zisterzienserabtei genutzt. Seit 1897 ist die historische Anlage Teil des Dominikus-Ringeisen-Werkes. Bis heute werden im Kloster Maria Bildhausen Menschen mit Be-hinderung betreut und gefördert. So werden beispielsweise der Klostergasthof und das Hotel als Arbeitsgruppe der Werkstatt für behinderte Menschen betrieben. Ebenso sind im Klosterladen viele Produkte aus den Werkstätten erhältlich. www.bildhausen.de

 

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